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DRK plant Schnelltests an Heiligabend

Kreis Ludwigsburg. Das Deutsche Rote Kreuz plant, an Heiligabend Schnelltests für Bürger im Kreis Ludwigsburg anzubieten. „Wir sind noch in der finalen Abstimmung mit dem Sozialministerium“, bestätigt Steffen Schassberger, Sprecher des DRK im Landkreis Ludwigsburg. Vorbild der Aktion ist Tübingen, wo seit mehreren Wochen regelmäßig eine mobile Teststation des DRK vor dem Rathaus parkt und Schnelltests anbietet. Das DRK will so helfen, dass Zusammenkünfte in den Familien mit alten und gefährdeten Personen eher möglich sind. Konkret sollen in 16 Kommunen kostenlose Schnelltests angeboten werden. Dazu gehören Möglingen, Korntal-Münchingen, Asperg, Großbottwar, Marbach, Kirchheim, Bietigheim-Bissingen, Hemmingen, Tamm, Ingersheim, Ditzingen, Oberstenfeld, Freiberg, Sersheim, Gerlingen und Kornwestheim. Die Stadt Ludwigsburg hat sich nach Schassbergers Auskunft gegen eine Teilnahme entschieden.

Terminvergabe online

In den meisten Fällen soll der Schnelltest wie in Kornwestheim ablaufen. Laut dem dortigen DRK-Ortsvorsitzenden Dr. Karl-Hermann Roesch können sich Interessenten voraussichtlich ab dem kommenden Wochenende online auf der Homepage des DRK um einen Termin bemühen. Zur Verfügung stünden in Kornwestheim rund 300 Schnelltests. Auch in anderen Kommunen würden zwischen 150 und 600 Schnelltests bereitstehen. Die Testung würde dann im Kornwestheimer Rathausfoyer zwischen 8 und 12 Uhr vormittags am Heiligabend durchgeführt.

Kritik vom Landratsamt

Das Landratsamt will die Aktion nicht unterstützen. „Wir halten es für viel zu gefährlich, jetzt für größere Menschenmengen zu sorgen“, kritisiert Landrat Dietmar Allgaier auf Anfrage. Denn man müsse damit rechnen, dass es einen „regelrechten Ansturm“ auf die Tests geben werde, die bislang ausschließlich für medizinisches Personal und Pflegeheime vorgesehen sind. „Es ist zu befürchten, dass sich lange Warteschlangen bilden und die Abstände nicht eingehalten werden können.“ Allgaier weiß sich in seiner Kritik einig mit der Kreisärzteschaft, den Kliniken und dem Gesundheitsamt. „Wir dürfen die Menschen nicht in einer trügerischen Sicherheit wiegen“, so Allgaier. Der Test gebe keine hundertprozentige Auskunft, ob jemand infiziert sei. Außerdem sei es schwierig, im Falle eines positiven Ergebnisses, über Weihnachten einen PCR-Test zu bekommen. (stew)