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Ein gereiftes Ensemble begeistert mit sanften Melodien

Mit spätestens 14 Jahren ist der Mensch aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Nichts anderes scheint für eine Musikgruppe zu gelten. Seit 2002 sind die „Groovin Foxes“ aus Großbottwar zusammen und begeistern die Menschen mit ihren vor allem auf Gospellieder gestützten Programmen. Als Vorhut der Gruppe war ihr Leiter Ulrich Staudenmaier, der in Großbottwar eine Musikschule leitet, als „Kulturkopf“ beim Kulturfenster zu Gast gewesen. Dort hatte er aus seinem Leben erzählt, von verpassten Chancen, ein ganz großer Star zu werden. Allerdings ließ er deutlich merken, dass ihm nicht nur die Arbeit an seiner Schule Freude bereitet. Obwohl sich der Lehrer niemals wirklich als Kopf eines Chors sah, hat er sich in den vergangenen fast eineinhalb Jahrzehnten immer mehr mit dem Gedanken angefreundet. Das spürte man beim Auftritt im Burgplatzkeller am Sonntagabend deutlich.

Ludwigsburg. Das elfköpfige Ensemble schaffte es, vorweihnachtliche Stimmung in den Saal zu zaubern. Die Mischung aus Gospel, Pop und Weihnachtslied begeisterte die Anwesenden. Mit dabei war die Schauspielerin Maike Moreau aus Marbach. Einem breiteren Publikum ist sie vom Heidelberger Improvisationstheaterensemble „AlsWir“ bekannt. Allerdings schaffte sie es in Bönnigheim, auch solo zu begeistern. An den richtig gewählten Stellen zwischen den Liedern ließ sie ihre Stimme erklingen. So nahm die gesamte Gruppe etwas das Tempo aus dem Set.

Das Konzert folgte einer klanglichen und inhaltlichen Dramaturgie. Auf diese Weise wurde das Konzert zum feinfühligen Gesamterlebnis. So berichtete Moreau von den seelischen Nöten, die oftmals im November entstehen und erst vor Weihnachten gelöst werden. „Das Herz so leer, der Kopf so voll“, meinte sie, sei die Krankheit unserer Zeit. Im Fokus stand jedoch die Musik. Vor allem „Go tell it on the mountain“ war ein Glanzstück des musikalischen Abends. Staudenmaier selbst sang hier das Solo mit seiner rauen Rockstimme. Die zehn Mitstreiter begleiteten ihn kraftvoll, hielten sich jedoch etwas im Hintergrund und waren dabei selbst eher im poppigen Genre angesiedelt. So entstand ein interessanter Stilmix innerhalb eines einzigen Lieds. Mit dem fast gregorianisch arrangierten „Mary did you know“, „Special kind of love“ sowie „The night that Christ was born“ wurde dem Gospel Rechnung getragen.

Allerdings gab es immer wieder Einwürfe. „Ich steh an deiner Krippen hier“ mit Ursula Schmitt und Hans-Peter Barz als Solisten war so ein Kleinod. „Vom Himmel hoch“ stand dem in nichts nach, allerdings war es hier die gesamte Gruppe, die das Stück trug. Zudem waren die Gäste eingeladen, in den Chor mit einzustimmen. Die „Groovin Foxes“ schafften es, eine starke Stunde beste Unterhaltung zu bieten, ohne ihr Set zu überfrachten. Sie nahmen sich dort zurück, wo die Botschaft Weihnachtens im Mittelpunkt stand. Und allein das war ein kleines Kunstwerk für sich. (red)