Logo

Steuereinnahmen: Affalterbach stürzt dramatisch ab

Obwohl die Steuereinnahmen wegen der Corona- krise in vielen Kommunen derzeit einbrechen, sind sie im vergangenen Jahr noch kräftig gesprudelt. Die Stadt Gerlingen ist nach wie vor die finanzkräftigste Stadt im Landkreis Ludwigsburg. Affalterbach rutscht ab.

350_0900_28470_Kreisumlage_2021_neu_neu.jpg
350_0900_28471_kr_gsa.jpg

Kreis Ludwigsburg. Die Gemeinde Freudental ist am schwächsten bei den Finanzen. Die Kommune im Nordkreis rutscht bei der alljährlichen Aufstellung der Finanzkraft pro Einwohner auf den 39. und damit letzten Platz ab. Die Gemeinde des Bürgermeisters Alexander Fleig hat 1268 Euro pro Kopf eingenommen. Das sind zwar 22 Euro mehr pro Kopf. Aber im Vergleich zu übrigen Städten und Gemeinden das geringste Aufkommen.

Auch dieses Jahr rechnet der Landkreis noch einmal mit höheren Einnahmen. Für 2021 sind 254,1 Millionen Euro vorgesehen. Das sind gut elf Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Der Zuwachs fällt etwas niedriger aus als für 2020 vorgesehen, als der Anstieg bei 13 Millionen Euro lag. Finanzdezernentin Bettina Beck muss allerdings trotz der gestiegenen Einnahmen ein Defizit von 17,3 Millionen Euro ausweisen. Ohne die höheren Zahlungen vom Bund beim Jobcenter wäre das Defizit bei 30 Millionen Euro gelegen. Unter anderem die Schuldenübernahme von RKH-Kliniken durch den Kreis von 112 Millionen Euro lasten auf dem Haushalt.

Allerdings stehen die tatsächlichen Steuereinnahmen für das laufende Jahr noch gar nicht fest. Die Statistiker greifen deshalb auf einen Trick zurück. Für die Berechnung der aktuellen Steuerkraft verwenden sie die Zahlen des jeweils vorvergangenen Jahres. Die Steuersumme von 923,7 Millionen Euro ist schon 2019 geflossen. Sie bildet die Basis für die Berechnung der Kreisumlage, die auch in diesem Jahr stabil bei 27,5 Prozent bleibt. Allerdings wird dafür eine Million Euro bei den Personalausgaben eingespart und auch die Zuschüsse bei den Kliniken sind gedeckelt worden. Im Gegensatz zu früheren Jahren hat die Kreisverwaltung einen eigenen Vorschlag für die Umlage gemacht. Seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatte eine Gruppe um die CDU-Fraktion im Kreistag die Umlagenhöhe vorgegeben. Klar ist aber, so Landrat Dietmar Allgaier, dass die Umlage im kommenden Jahr erhöht werden müsse. Geplant ist 28,5 Prozent. Aber das hängt auch von der Entwicklung der Finanzen aufgrund der Coronapandemie ab.

Einen dramatischen Absturz hat Affalterbach erlebt. Die Bottwartal-Gemeinde war in der Vergangenheit fast immer in der Spitzengruppe. Dieses Mal sackte sie von Rang zwei auf 15 ab. Bürgermeister Steffen Döttinger macht dafür vor allem die zurückgehenden Gewerbesteuereinnahmen verantwortlich. Spülten die ansässigen Unternehmen wie AMG 2017 noch 9,9 Millionen Euro in die Kasse, waren es 2019 nur noch 3,5 Millionen Euro. „Wir spüren die Auswirkungen der Krise in der Automobilindustrie sehr“, so Döttinger.

Hieß es in Hemmingen im vergangenen Jahr noch „From Hero to zero“, meldet sich die Strohgäu-Kommune jetzt wieder kraftvoll zurück. Von 33 geht’s auf Rang fünf. „Die Gewerbesteuer ist bei uns sehr volatil“, erklärt Bürgermeister Thomas Schäfer. Kein Wunder, sitzt in Hemmingen doch das Entwicklungslabor für SUVs von Porsche. Aber dennoch wirft die Coronakrise auch in Hemmingen seine Schatten voraus. Derzeit rechnet das Rathaus mit einem Minus von 6,5 Millionen Euro. „Das gute Abschneiden jetzt bedeutet deshalb in zwei Jahren mehr Kreisumlage und weniger Zuweisungen“, so Schäfer.

Im Süden des Landkreises herrscht zwar noch Sonnenschein. Aber auch Oberbürgermeister Michael Makurath aus Ditzingen rechnet für 2020 mit 30 Prozent weniger Gewerbesteuereinnahmen. Beim „ewigen“ Spitzenreiter Gerlingen lag die Gewerbesteuer 2019 noch bei 57,9 Millionen Euro. In diesem Jahr rechnet die Kämmerei mit 27,5 Millionen Euro.

Autor: