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60 Jahre, schön, hell und sparsam

Fast auf den Tag sechs Jahrzehnte nach ihrer Einweihung erstrahlt die katholische Pius X.-Kirche in Großbottwar wieder in neuem Glanz, ist innen heller und freundlicher geworden. Noch riecht alles ganz neu und am kommenden Sonntag ist die ganze Gemeinde zum Feiern eingeladen.

Vor 60 Jahren ist die Pius X.-Kirche geweiht worden. Nach der Sanierung sorgen großformatige Bodenfliesen und Bänke aus hellem Holz für einen freundlichen Eindruck. Die Stationen des Kreuzwegs sind an einer Wand des Kirchenschiffs zu sehen.Fotos: Hol
Vor 60 Jahren ist die Pius X.-Kirche geweiht worden. Nach der Sanierung sorgen großformatige Bodenfliesen und Bänke aus hellem Holz für einen freundlichen Eindruck. Die Stationen des Kreuzwegs sind an einer Wand des Kirchenschiffs zu sehen. Foto: Holm Wolschendorf
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Großbottwar. Pfarrer Pius Angstenberger muss nachdenken, aber nein, ihm fällt keine Renovierung in diesem großen Stil ein; es dürfte sich also um die erste große Sanierungsmaßnahme seit der Einweihung des katholischen Gotteshauses handeln – „und sie war dringend notwendig!“, sagt der Hausherr. Denn die Elektrik war total marode, im Winter war sogar schon mal die Heizung ausgefallen, Kirchenbesucher froren – das wird nicht mehr passieren.

Denn jetzt wird der Kirchenraum von einer neuen Fußbodenheizung erwärmt. Und damit man die Wärme auch fühlen kann, sind die vorderen Bänke zusätzlich mit einer Heizung versehen. Für die Wärme sorgt eine solarunterstützte Gasheizung mit einem Pufferspeicher, was einen unschätzbaren Vorteil hat: Die Solarmodule auf dem Dach des Pfarrhauses speichern im Sommer die Energie. „Die neue Heizung bringt uns eine Energieeinsparung von 42 Prozent“, freut sich Pfarrer Angstenberger. Auch das Pfarrhaus ist an die neue Heizung angeschlossen.

Nachdem der Boden im Kirchenraum schon mal aufgerissen war, bekam er neue, großformatige Fliesen in hellem, dezent marmoriertem Beige, was sehr großzügig wirkt und freundlicher als vorher die dunkleren Bodenplatten.

Neu sind auch die Bänke aus hellem Holz: „Sie sind viel bequemer als die alten und man hat mehr Beinfreiheit“, sagt Pius Angstenberger. Bisher bestanden die ersten Reihen aus eng hintereinander gestaffelten „Kinderbänken“, jetzt wurde eine Bankreihe herausgenommen, dadurch haben alle mehr Platz und man sitzt bequem auf grauen Polstern.

Die alten Bänke stehen bisher – mit einer Plane bedeckt – vor der Kirche und harren auf einen Abnehmer. Die Gemeinde ist mit einer Organisation im Gespräch, die ausgedientes Kirchenmobiliar Richtung Osten vermittelt.

Dringend notwendig, so der Pfarrer, war auch die Erneuerung der Tonanlage, und wo man schon mal dabei war, wurde auch der Innenraum frisch gestrichen, was den hellen, strahlenden Eindruck vervollständigt.

Kosten von 125 000 Euro

Während der Umbauzeit von Mai bis August war die Kirche nicht nutzbar; Gottesdienst gehalten wurde in der evangelischen Martinskirche. „Wir sind sehr dankbar für diese Gastfreundschaft“, sagt Angstenberger. Insgesamt hat der Umbau 125.000 Euro gekostet, eine Summe, die die Gemeinde selbst aufbringen muss. Der Pfarrer hofft allerdings, von der Diözese einen Zuschuss aus einem Nachhaltigkeitsfonds zu bekommen.

„Das war eine staubige Geschichte!“, sagt Angstenberger im Rückblick, aber am Sonntag wird sie beendet sein. Dann ist noch mal durchgewischt worden und es kann fast auf den Tag genau der 60. Geburtstag der Kirche und der Abschluss der Sanierung gefeiert werden. Das Kirchweihfest beginnt mit einem Gottesdienst am Sonntag, 15. September, um 10.30 Uhr. Festprediger ist der frühere Weihbischof Johannes Kreidler. Musikalisch umrahmt wird der Gottesdienst von der Stadtkapelle und dem Kirchenchor. Es gibt (wenige) Grußworte und einige Erklärungen zu den Sanierungsarbeiten. Anschließend ist die ganze Gemeinde zum Mittagessen in die Gemeinderäume eingeladen. Auch um die Kirche herum werden Zelte aufgebaut.

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