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Tierquälerei

Belohnungen sollen bei Suche nach Tierquäler in Besigheim helfen

Schafe und Lämmer, die auf einem Gartengrundstück auf der „Insel“ gelebt haben, sind gequält und dann in die Enz geworfen worden. Fotos: privat
Schafe und Lämmer, die auf einem Gartengrundstück auf der „Insel“ gelebt haben, sind gequält und dann in die Enz geworfen worden. Foto: privat

Besigheim. Ein Mutterschaf und ein Lamm sind in der Nacht zum Sonntag auf einem Gartengrundstück in der Nähe des Röcker’schen Kraftwerks an den Beinen gefesselt worden, 19 Hühner und ein Hahn wurden geköpft. Alle Tiere wurden in die Enz geworfen. Bereits in der Nacht zum Freitag schlugen der oder die Täter zu und stahlen zwei Lämmer. Was aus ihnen geworden ist, ist nicht bekannt.

Keine neuen Erkenntnisse

Auch wer das getan hat und warum, ist noch nicht geklärt. „Die Ermittlungen laufen“, teilte Peter Widenhorn, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, auf Nachfrage mit. „Bislang haben wir keine neuen Erkenntnisse.“ Privatleute und eine Tierschutzorganisation hätten Belohnungen ausgesetzt, sagt Widenhorn. Die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen, die Hinweise geben können.

Fast täglich Fälle

„Um den Fall aufzuklären“, hat die Tierschutzorganisation Peta nun eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. „Es ist erschreckend, wie häufig grausame Übergriffe auf wehrlose Tiere verübt werden“, teilt Lisa Kainz mit, Agrarwissenschaftlerin und Peta-Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. „Wir verzeichnen fast täglich Fälle, bei denen Vierbeiner misshandelt werden. Wir setzen uns dafür ein, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.“ Tierquälerei sei kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, und könne mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Auf Anfrage bei Peta teilt deren Pressesprecherin Julia Zhorzel mit, es habe sich noch niemand gemeldet.

Wie berichtet, haben Unbekannte auf besonders brutale Weise Schafe, Lämmer, Hühner und einen Hahn gequält, misshandelt und in die Enz geworfen, so dass die Tiere ertranken. Der Besitzer der Tiere hatte die Tat am Sonntagvormittag entdeckt. Zudem fand er vor Ort die Axt, mit der die 19 Hühner und der Hahn außerhalb des Privatgrundstücks geköpft und anschließend in die Enz geworfen worden waren. Als die Polizei und die Besigheimer Freiwillige Feuerwehr eintrafen, hatten Anwohner die toten Tiere bereits aus dem Wasser gezogen. Sie hatten sich in dem Rechen des Kanals verfangen. Die Kadaver wurden in die Tierpathologie des Veterinäramtes gebracht, „da es sich um eine Straftat handelt“, sagt der Polizeisprecher.

Info: Die Polizei bittet Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich beim polizeilichen Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt, Telefon (07142) 4050, zu melden.

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