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Tourismus

Die Hoffnungen der Reisebranche ruhen auf den Osterferien

Die Coronamaßnahmen haben den Tourismus im Kreis schwer getroffen. Seit dem erneuten Lockdown dürfen nur noch Geschäftsreisende in Hotels übernachten. Jetzt ruhen die Hoffnungen der Reisebranche und der Urlauber auf den Osterferien.

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Kreis Ludwigsburg. Wenn Thomas Bareiß an Urlaub im Ländle denkt, fällt ihm neben dem Schwarzwald vor allem die Schwäbische Alb ein. Schloss Lichtenstein, Burg Hohenzollern, der Uracher Wasserfall... Kein Wunder: Schließlich ist der Parlamentarische Staatssekretär der CDU in Albstadt-Ebingen geboren und im benachbarten Meßstetten aufgewachsen. Da denkt man gerne an seine mitunter auch raue Heimat, wenn man im fernen Berlin seinem Politikgeschäft nachgeht.

Als Tourismusbeauftragter der Bundesregierung hat sich Bareiß dieser Tage geärgert, als der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer die Einschätzung geäußert hat, wegen Corona könne in den Osterferien (1. bis 10. April) noch kein Urlaub in Deutschland gemacht werden. „Die Aussage war unglücklich, schließlich kann man ja gar nicht abschätzen, wie die Lage in sieben Wochen ist“, sagte Bareiß am Dienstagabend bei einer Wahlkampfveranstaltung für seinen Parteifreund und Landtagsabgeordneten Konrad Epple aus Ditzingen. Mit Blick auf die Inzidenz sei er „zuversichtlich, dass wir an Ostern wieder aufmachen können“. Wenn an Pfingsten noch mehr Menschen geimpft seien, würden zu diesem Zeitpunkt außerdem noch viel mehr touristische Angebote möglich sein.

Eine Hoffnung, die Christina Lennhof, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Kraichgau-Stromberg, mit ihm teilt. „Der Wunsch ist da, dass es an Ostern wieder losgehen kann“, sagt sie. Man müsse dabei aber klar differenzieren, zwischen Ferienwohnungen auf der einen und großen Festen auf der anderen Seite, die zu Recht länger auf sich warten lassen müssten. Insbesondere das Übernachtungs- und Gaststättengewerbe, aber auch die Gäste benötigten eine Perspektive, ob es an Ostern, Pfingsten oder im Sommer längerfristig wieder losgehen kann. „Wegen zwei Wochen wieder hochzufahren, macht keinen Sinn“, sagt Christina Lennhof. Die ersten Buchungen für Übernachtungen seien bereits eingetroffen und wichtig. Zumal die Betriebe für viel Geld hervorragend Hygienekonzepte umgesetzt hätten und noch keine Hilfszahlungen eingetroffen seien. „Das dauert länger, als erhofft“, räumt CDU-Politiker Thomas Bareiß ein. Seit Mitte Januar würden die Gelder ausbezahlt.

Die Pandemie treffe den Tourismus sehr hart und sei „kaum auszuhalten“, sagt Anja Behnle, Geschäftsführerin der Tourismusgemeinschaft Marbach-Bottwartal. An Lockerungen zu den Osterferien glaubt sie nicht unbedingt, hofft allerdings darauf, dass sich die Lage bis zum Sommer insbesondere durch die Impfungen wieder „ein Stück weit normalisiert“. „Wir wollen dann auch wieder für die Wanderregion werben können – notfalls mit coronakonformen Angeboten hinsichtlich der Abstände und der Anzahl von Leuten“, sagt Behnle. Sie gehe davon aus, dass in diesem Jahr viele Deutsche im eigenen Land Urlaub machen werden und dass eine entsprechend große Nachfrage auch im Bottwartal zu erwarten sei. Schon jetzt würden viele Gäste Ausflüge für den Frühling planen. Da davon auszugehen sei, dass die Anzahl von geschäftlichen Übernachtungen aufgrund vermehrter Videokonferenzen zurückgehen werde, hoffe sie darauf, „dass dafür die Touristen diese entstehende Lücke füllen werden“.

Auch bei 3B-Tourismus (Bietigheim-Bissingen, Besigheim und Bönnigheim) hofft man darauf, dass die Touristen bald wieder anreisen dürfen. „Wir warten die politischen Entscheidungen ab und sind gewappnet“, sagt 3B-Land-Tourismuschef Eric Reiter. Ob das zu Ostern, Pfingsten oder gar erst im Sommer sein wird, dazu möchte sich Reiter nicht äußern. „Wir müssen sehen, wann welche Regeln für uns gelten und was dann erlaubt ist“, sagt er. Es sei allerdings zu spüren, dass die Menschen wieder Urlaub machen wollen – egal, ob als Kurzreise, für ein Wochenende oder zu einem Konzertbesuch. Dennoch seien potenzielle Gäste mit Nachfragen und Buchungen noch sehr zurückhaltend.

Thomas Bareiß wünscht sich nicht nur, dass es in der Tourimusbranche bald wieder losgeht. Er habe gleichzeitig die „Hoffnung, dass der Deutschland-Tourismus durch die Krise profitiert“. Dazu zählt er nicht nur die zahlreichen Beherbergungsbetriebe, Gaststätten und Anbieter im Freizeitbereich, sondern auch die vielen Reisebüros und Reiseveranstalter. „Ich bin Optimist und hoffe, dass wir viel öffnen können, sobald die Risikogruppen geimpft sind.“

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