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Neue Stadthalle

Eröffnung erst im nächsten Jahr

Die für Ende Oktober geplante feierliche Eröffnung der neuen Stadthalle im Winzerhäusertal wird auf nächstes Jahr verschoben. Der Grund für die Verzögerung: Die Vergabe einzelner Gewerke im Innenausbau ist komplizierter als gedacht.

Archivfoto: Holm Wolschendorf
Foto: Holm Wolschendorf

Großbottwar. Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hatte in seiner Sitzung am Mittwochabend außerdem eine weitere Kröte zu schlucken: Das auf mehr als sieben Millionen Euro bezifferte Projekt wird rund 600.000 Euro teurer als gedacht.

Auch wenn Architekt Michael Jöllenbeck meinte, dass die Halle möglicherweise Mitte November in Betrieb gehen könne, machte Bürgermeister Ralf Zimmermann im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich: „Wir werden dieses Jahr definitiv keine Einweihung feiern“. Die Halle sollte zwar so bald als möglich nutzbar sein, der offizielle Eröffnungsakt finde aber erst später statt.

Der Technische Ausschuss vergab jetzt mit einstimmigem Votum Aufträge für die Membranfassade, die Holz-Akustikdecken, die WC-Trennwände und die Tischlerarbeiten im Innenausbau einschließlich der Materialkosten im Gesamtumfang von rund einer Million Euro.

Was sich vor allem als komplex erwiesen hat, ist die Membranfassade samt vorgehängter Holzverkleidung. Es handelt sich dabei um eine anspruchsvolle, aber für Dämmung und Schallschutz optimale Lösung, die allerdings teurer ist als eine herkömmliche Wandkonstruktion. Die vorgehängte Fassade war zunächst Teil des Zimmermannsgewerks und wurde schließlich im Rahmen der Tischlerarbeiten ausgeschrieben, für das Gesamtpaket war dann aber kein Angebot eingegangen.

So mussten die Architekten das Paket wieder aufschnüren und es kam zur Vergabe der genannten Einzelprojekte. Das alles kostete aber wertvolle Zeit. In Zeiten ausgebuchter Baufirmen wird man bescheiden: Der Architekt zeigte sich jetzt schon zufrieden, dass für jedes Gewerk immerhin ein Betrieb gefunden werden konnte und es somit weitergeht. Die Kostensteigerungen von über 600.000 Euro setzte er in Relation zu den in den vergangenen beiden Jahren deutlich gestiegenen Baupreisen.

Würde dieser Index aber mit einkalkuliert, gebe es laut Michael Jöllenbeck eine Punktlandung. Die Architekten gingen bislang von einem Bruttobudget von 7,6 Millionen aus, die Gemeinde hingegen von 7,3 Millionen Euro. Grund für die Differenz: Ein Teil der Mehrwertsteuer kann abgezogen werden, da die Stadthalle als Eigenbetrieb geführt wird.

Kämmerer Tobias Müller rechnet aber bereits mit spitzem Bleistift. „Wir werden im neuen Etat noch etwas nachfinanzieren müssen“, meinte Bürgermeister Ralf Zimmermann.

„Die Kostenüberschreitung tut weh, aber wir sollten jetzt nicht anfangen, an der Ausstattung zu sparen, wir müssen das durchziehen“, meinte CDU-Rat Matthias Wien. Er forderte die Stadtverwaltung außerdem auf, die Vereine zu informieren, wann die Halle nutzbar sei. Es seien schon Veranstaltungen geplant.

Bereits Anfang Juni hatte sich angedeutet, dass es mit der geplanten Eröffnung im Oktober knapp werden könnte.

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