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„Fasnet findet trotzdem statt – nur anders“

1. Fasnetsverein Steinheim trifft sich zum offiziellen Beginn am 6. Januar bei einer Videokonferenz

Gruppenbild mit Steinheims Wahrzeichen Steppi, als es noch möglich war. Foto: privat
Gruppenbild mit Steinheims Wahrzeichen Steppi, als es noch möglich war. Foto: privat

Steinheim. Pünktlich um 13.59 Uhr wäre am Mittwoch auf dem Steinheimer Marktplatz die Hölle los gewesen: Die Klosterhexen hätten das Rathaus gestürmt und Bürgermeister Thomas Winterhalter ordentlich die Füße gewaschen, damit er seinen Job auch wieder ordentlich machen kann. Doch Corona macht dem offiziellen Beginn der alemannischen Fasnet einen Strich durch die Rechnung – fast. Der Vereinsvorsitzende Daniel Arnold hat natürlich dennoch etwas vorbereitet. Die Vereinsmitglieder werden sich um 13.59 bei einer Videokonferenz treffen, dazu gibt es Ansprachen und ein paar Überraschungsgäste, die zugeschaltet werden. Es steht allen offen, im Häs teilzunehmen, man kann aber auch normale Kleider tragen. „Die Fasnet findet trotzdem statt, wenn auch etwas anders“, sagt Arnold. Auch im sozialen Netzwerk „Facebook“ wird es einen närrischen Gruß geben. Traurig ist auch Bürgermeister Thomas Winterhalter: „Es war immer ein Riesenfez und hat Spaß gemacht. Wir haben uns überlegt, ob wir es in kleiner Runde doch coronakonform hinkriegen, aber es geht nicht“, betont Winterhalter.

Denn ursprünglich hatte der Verein Großes vor: Im Rahmen des elfjährigen Bestehens sollte das Landesnarrentreffen mit Festwochenende und großem Fasnetsumzug in Steinheim stattfinden. Dies wurde jedoch frühzeitig abgesagt. 2010 gründeten übrigens 14 Fasnetsbegeisterte den Verein, um das Brauchtum im Bottwartal zu etablieren, das Kloster Mariental lieferte den historischen Hintergrund, die „Gloschd’r Hexe“ wurde geboren, später die Figur des „Bebbelesdrescher“. Inzwischen zählt der Verein 80 Mitglieder, 60 davon aktiv. Mit dem Fasnetsbeginn werden normalerweise auch die neuen Mitglieder getauft, die drei neuen Hexen und zwei Bebbelesdrescher müssen nun halt ein Jahr warten. Neuaufnahmen gibt es gerade gar nicht: „Die Leute können es nicht ausprobieren, auf keinen Umzug mitgehen, das geht nicht. Man muss bei der Fasnet mit Herzblut dabei sein. Das Brauchtum muss man leben.“

In der Fasnetswoche wollen die Narren ebenfalls über die sozialen Netzwerke aktiv sein, außerdem ist Dany Arnold im Gespräch mit Einzelhändlern in der Stadt, wie man mit ein paar Aktionen in den Geschäften auf die Fasnet hinweisen kann, zum Beispiel mit einem Häs im Schaufenster.

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