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Haiti wir helfen

Hilfsorganisation für Haiti - Auch die Hilfe wird schwieriger

Alle Lebensbereiche sind von Corona betroffen. Für Matthias Eigel bedeutet das, dass auch seine Hilfsaktion „Haiti wir helfen“ darunter zu leiden hat. Rund 25000 Euro im Jahr benötigt er, um die neu aufgebaute Schule am Laufen zu halten. Dabei hatte er im vergangenen Jahr kaum Möglichkeiten sein Konzept vorzustellen. Wie geht man mit solch einer Situation um?

Die Vorfreude auf den Unterricht. Die Schule ist allerdings erst zur Hälfte fertig gebaut.Foto: privat
Die Vorfreude auf den Unterricht. Die Schule ist allerdings erst zur Hälfte fertig gebaut. Foto: privat

Bietigheim-Bissingen. Die Situation ist mehr als unangenehm. Matthias Eigel ist Werber, er ist gewohnt Dinge anzupacken und zu einem Ende zu bringen. Das hat im vergangenen Jahr schon kaum im Brotberuf geklappt, bei seiner Herzensangelegenheit, dem Hilfsprojekt „Haiti wir helfen“, war es fast unmöglich. Immerhin gilt es eine Schule auf der Insel in der Karibik am Laufen zu halten.

„Wir machen sonst Termine wie Konzerte, Lesungen oder stellen uns bei Veranstaltungen, wie dem Bottwartal-Marathon, vor. Das alles war im vergangenen Jahr nicht möglich. Doch dann kamen plötzlich neue Möglichkeiten und so konnten wir weitermachen“, sagt Eigel. Er denkt dabei an eine Auktion, bei der 2020 Jahr rund 10000 Euro zusammenkamen. Andere Unterstützer kamen mal mit größeren Geldbeträgen vorbei, um der Haiti-Aktion zu helfen.

25000 Euro für den Schulbetrieb

Zudem kam in den vergangenen Jahren finanzielle Unterstützung von der Olymp-Stiftung und von der Stadt Bietigheim-Bissingen. Zudem wurde eine Bewegung ins Leben gerufen, bei der den Schüler inHaiti direkte Hilfe in Form einer 60 Euro Spende zukommt. Das reicht, um die Essenkosten für einen Schüler für ein Jahr zu decken. „Es geht irgendwie immer weiter, doch es ist schon hart in diesen Zeiten, wenn gar keine Möglichkeit ist, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren“, zieht Eigel Bilanz. Rund 25000 Euro benötigt seine Hilfsorganisation, um den regulären Schulbetrieb für ein Jahr aufrechtzuerhalten. Für die rund 250 Schüler ist der Besuch kostenlos. Allerdings müssen diese auch mit Essen versorgt werden, ebenso wie die 15 Lehrer. Auch der Lohn für die Lehrer wird von der Organisation bezahlt.

Eigentlich besteht „Haiti wir helfen“ nur aus drei Personen. Außerdem hat der Bietigheimer Verein noch rund 30 Mitglieder. Die Arbeit wird ehrenamtlich gemacht. Nach dem schweren Erdbeben im Jahr 2010 wurde die Organisation gegründet. Matthias Eigel wollte helfen, wusste aber nicht wie und wo.

Es sollte eine nachhaltige Hilfe sein, nicht einfach Geld abliefern und dann wieder verschwinden. Irgendwann stand das Projekt, eine neue Schule zu bauen. Von der bestehenden Schule in der haitianischen Stadt Dano war nach dem Erdbeben nur noch ein Trümmerhaufen übrig geblieben. Fünf Jahre lang wurden die 250 Schülerinnen behelfsmäßig in der örtlichen Kirche unter beengten und nahezu unmöglichen Bedingungen unterrichtet und betreut.

2016 begannen die Arbeiten

Doch dann keimte Hoffnung auf. Der Verein konnte dem Schulleiter Pater Dominique zusagen, ihn beim dringenden und aus eigenen Kräften nicht zu stemmenden Neubau der Schule zu unterstützen. 2016 begannen dann die Arbeiten. Nach einem knappen Jahr Bauzeit konnte die Schule mit ihren acht getrennten Klassenräumen im September 2017 eröffnet werden . Der Bau kostete den Verein rund 80000 Euro. Allerdings sollte nicht nur das Errichten des Gebäudes unterstützt werden, auch der Betrieb benötigt Geld und Unterstützung aus Deutschland. „Damit die Schule weitergehen kann, haben wir einen Puffer, der uns über ein ganzes Jahr ausreicht. Darauf könnten wir beispielsweise in Corona-Zeiten zurückgreifen. Im vergangenen Jahr kamen wir noch einmal über die Runden. Mal sehen wie das junge Jahr 2021 ist“, so Eigel.

Aktuell werden eine neue Küche und Toiletten gebaut. Bisher muss alles auf dem offenen Feuer gekocht werden. Das bedeutet einen großen Aufwand und viel Zeit. Mit der neuen Küche wird die Zubereitung deutlich einfacher. Und mit den künftigen Toiletten soll die Schule endlich eine vernünftige Ausstattung bekommen.

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