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SOMMERSERIE

Hoch droben in Prevorst weht ein laues Lüftchen

Vor dem Verlagshaus in der Ludwigsburger Körnerstraße zeigt das Thermometer am späten Vormittag schon fast 25 Grad. Auf geht’s nach Prevorst. Der Ortsteil von Oberstenfeld thront 482 Meter über dem Meeresspiegel auf dem Kamm eines Bergrückens und gilt als der höchstgelegene Flecken im Landkreis.

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Alte Hinweisschilder in der Ortsmitte.
Alte Hinweisschilder in der Ortsmitte.
Am höchsten Punkt im Ort steht die evangelische Pfarrkirche.
Am höchsten Punkt im Ort steht die evangelische Pfarrkirche.
Auch die Kühe suchen einen kühlen Ort.
Auch die Kühe suchen einen kühlen Ort.
Schattiges Plätzchen in der Ortsstraße.
Schattiges Plätzchen in der Ortsstraße.
Am Bachlauf entlang und über ...
Am Bachlauf entlang und über ...
Nächste Christbaumgeneration.
Nächste Christbaumgeneration.
... Wiesenwege nach Gronau.
... Wiesenwege nach Gronau.

OBERSTENFELD. Schon auf dem Weg durchs Bottwartal fällt die Temperatur: In Großbottwar sind es 22,5 und in Gronau 21 Grad. Nun schlängelt sich die Straße hinauf nach Prevorst. Oben angekommen, zeigt das Thermometer im Auto nur noch 19,5 Grad. Der Himmel ist blau, die Sonne strahlt – und beim Spaziergang durch die Ortsstraße, die als Sackgasse endet, weht ein angenehm laues Lüftchen. Nur etwa 400 Menschen leben in diesem Weiler mitten in den Löwensteiner Bergen. Und doch ist der Ort weithin bekannt. In der Vorweihnachtszeit strömen Menschenmassen dort hinauf zum Christbaummarkt. Die frisch geschlagenen Tannen stammen aus den Wäldern und Kulturen rund um Prevorst. Auch jetzt im Sommer hängen Werbeschilder an den Häusern. Einige Hütten, in denen im Advent allerlei Weihnachtliches angeboten wird, stehen verwaist und verriegelt am Straßenrand.

Bekannt ist Prevorst auch durch seine Seherin, eine junge Frau namens Friederike Hauffe, die Vorhersagen machte und Erscheinungen hatte, unter dieser Gabe aber litt. Bei Dr. Justinus Kerner, dem Weinsberger Oberamtsarzt und Dichter, suchte sie Hilfe. Der schrieb die Krankheitsgeschichte der „Seherin von Prevorst“ auf. Das Buch erschien in mehreren Sprachen und wird immer noch gelesen. Friederike Hauffe starb am 5. August 1829 wenige Wochen vor ihrem 28. Geburtstag. Auf dem Friedhof in Löwenstein ist sie begraben. Ihr Geburtshaus ist das „Gasthaus zum Ochsen“ in Prevorst direkt neben der neugotischen evangelischen Pfarrkirche.

Von Prevorst aus lassen sich zahlreiche schöne Wanderungen unternehmen. Eine auf der Homepage der Gemeinde Oberstenfeld ( www.oberstenfeld.de) empfohlene Tour führt nach Gronau und wieder zurück. Vom westlichen Ortsrand aus geht es zunächst an Feldern, Wiesen und Christbaumkulturen vorbei. Die Aussicht Richtung Neckartal und über die Löwensteiner Berge ist immer wieder faszinierend. Durch den Wald und an einem Bachlauf entlang gelangt man zur Oberen Ölmühle. Weiter durch den Wald führt die Tour zur Unteren Ölmühle. Von dort geht es am Waldrand entlang Richtung Gronau. Die Tour zurück nach Prevorst ist nicht weniger schön, führt teilweise aber knackig bergauf.

Wer mit Kindern an einem heißen Tag Prevorst besucht, sollte den Waldspielplatz an der Straße Richtung Nassach nicht verpassen. Dort können sich die Kleinen im Schatten richtig austoben.

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