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Junge Eiben versperren jetzt illegale Downhill-Trails in Oberstenfeld

Mountainbiker sollen offizielle Strecken nutzen – Gemeinsame Pflanzaktion im Wald als Signal und Appell

Mountainbiker, Naturschützer und kommunale Vertreter bei der gemeinsamen Pflanzaktion.Foto: Andreas Becker
Mountainbiker, Naturschützer und kommunale Vertreter bei der gemeinsamen Pflanzaktion. Foto: Andreas Becker

Oberstenfeld. Die Eiben sind noch klein, und dass sie gut anwachsen, garantieren in den Boden gesetzte Holzpfosten sowie der Maschendraht zum Schutz vor Wildverbiss. Am Startpunkt eines illegalen Mountainbike-Trails im Oberstenfelder Gemeindewald signalisieren die Eiben aber auch: Hier geht es nicht weiter. Mit einer Pflanzaktion setzten am Samstag ganz unterschiedliche Gruppen gemeinsam ein Zeichen.

Der Wanderparkplatz Krugeiche ist beliebtes Ziel für Spaziergänger. Groß ist aber auch die Zahl der Mountainbiker, die der Abfahrt auf ausgewiesener Strecke entgegenfiebern. Im Wald gilt es aber auch, die Natur zu schützen und im Gleichgewicht zu halten sowie das Holz nachhaltig zu nutzen. Konflikte sind da eigentlich vorprogrammiert. In Oberstenfeld wurde jetzt auf ganz praktische Weise bewiesen, dass es auch anders geht. Die Vorsitzenden der Nabu-Ortsgruppe Oberstenfeld (Naturschutzbund Deutschland), Joachim Vogel und Bertram Hartmann, waren ebenso zur gemeinsamen Pflanzaktion gekommen wie der die Interessen der Mountainbiker vertretende zweite Vorsitzende der Trailsurfers Steffen Link, Bürgermeister Markus Kleemann, der Leiter des Fachbereichs Forsten im Landkreis, Dr. Michael Nill sowie Revierförster René Frank samt Jagdpächter.

Neben der offiziellen, über zwölf Kilometer langen Mountainbike-Runde im Wald bei der Krugeiche gibt es inzwischen auch illegale Trails, die zunehmend zum Problem für die Ökologie werden. Mountainbiker Steffen Link, der auch Mitglied im Nabu ist, appellierte an das Einhalten der Regeln, die Mountainbiker sollen auf den ausgewiesenen Strecken bleiben. „Wir wollen mehr Lebensqualität im Bottwartal unter Rücksicht auf den Naturschutz“, machte Link deutlich.

Bertram Hartmann und Joachim Vogel machten darauf aufmerksam, dass die illegalen Strecken durch Biotope führen und diese massiv gefährden. Das Problem: Auf bestimmten Internetportalen seien sie als legal ausgewiesen. „Wir wollen deutlich machen, wo gefahren werden darf und wo nicht“, sagte Bürgermeister Markus Kleemann. Angesichts der drastischen Zunahme von Freizeitsportlern und Naherholungssuchenden, die seit Corona im Wald unterwegs sind, plädierte Revierförster René Frank für mehr Rücksichtnahme und Verständnis füreinander. Laut Michael Nill handelt es sich bei den jetzt in die Erde gesetzten Eiben um eine heimische, heute nur noch selten vorkommende und schützenswerte Nadelbaumart, die auch im Schatten größerer Bäume gedeihe.

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