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Infrastruktur

Laden soll Ende August öffnen

Konzept Tante-M für Winzerhausen vorgestellt – Selbstbedienung an sieben Tagen in der Woche

In der Kelter stellt Christian Maresch sein Konzept Tante-M vor.Foto: Andreas Becker
In der Kelter stellt Christian Maresch sein Konzept Tante-M vor. Foto: Andreas Becker

Großbottwar. Mittwochabends überkommt einen plötzlich der Pizzahunger, doch der Supermarkt hat schon zu. Sonntags morgens stellt man fest, dass die Butter für den Hefezopf fehlt, doch die Läden sind geschlossen. Aber eben nicht alle: Tante-M ist an sieben Tagen die Woche 18 Stunden geöffnet. Ein Ableger wird Ende August in der neuen Ortsmitte Winzerhausen eröffnen – ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung.

Seit 2005 der Laden in der Grönerstraße in Winzerhausen geschlossen hat, träumen die Einwohner von einem neuen Laden. Mehrere Anläufe, zum Beispiel die Gründung einer Genossenschaft oder wenigstens die Ansiedlung eines Bäckers, scheiterten. Auch der Wochenmarkt konnte sich nicht halten. Christian Maresch, der das Konzept Tante-M nach dem Vorbild der Tante Emma-Läden entwickelt hat, versucht es mit Selbstbedienungsläden. „Das Thema lokal Einkaufen liegt den Bürgern am Herz, aber der Bedarf ist anders geworden“, sagt er bei den zwei Vorstellungsrunden am Freitagabend in der Kelter in Winzerhausen. Die Bürger wollen einkaufen, wenn sie Zeit haben: abends und sonntags. Und genau da ist Tante-M geöffnet – von 5 bis 23 Uhr. Der Sonntag ist in den bereits eröffneten Läden übrigens der umsatzstärkste Tag.

100 Prozent Selbstbedienung heißt das Zauberwort, der Kunde tätigt seine Einkäufe und scannt sie am Ende selbstständig ein. Oder gibt bei Gemüse und Obst die jeweilige Anzahl am Computer ein. Bezahlt wird mit Bargeld – allerdings kann der Einwurfautomat kein Geld zurückgeben – oder mit EC-Karte. „Wir schenken den Kunden Vertrauen, in unseren bisherigen Filialen funktioniert dies“, sagt Maresch. Nur zwei Stunden pro Tag schaut jemand nach dem Laden, füllt Ware auf. Durch den geringen Personaleinsatz trage sich das Konzept der kleinen Läden vor Ort. „Wenn wir 30 Kunden pro Tag haben, sind die Läden kostendeckend. In den bereits bestehenden drei Filialen haben wir 90 bis 100 Kunden.“

Das Sortiment umfasst rund 850 Artikel, die Bürger können mitbestimmen, worauf sie Wert legen – selbst Currywurst aus dem Glas gibt es. Außerdem werden Milchprodukte, Tiefkühlware, Süßigkeiten, Getränke, Drogerieprodukte und auf Wunsch auch Schreibwaren angeboten. Auch Bio-Artikel soll es bei Bedarf geben.

Beliefert wird Tante-M von Edeka, zu marktüblichen Preisen. „Bei uns gibt es aber keine 99 Cent-Angebote, wir runden alles auf zehn Cent-Beträge.“ Für Obst und Gemüse sowie Backwaren, Fleisch und Wurst sucht sich Maresch gerade Geschäftspartner in der Region.

Teil des Konzeptes ist das sogenannte Crowdfunding. Mit den Einnahmen daraus werden anteilig die Kosten der jeweiligen Ladeneinrichtung finanziert, so ginge es schneller, in noch mehr Ortschaften einen Tante M-Laden zu eröffnen. „Wir wollen Sie mit ins Boot nehmen, so können wir sehen, wie groß das Interesse ist, aber es macht es uns auch leichter. Die Ladeneinrichtung kostet eine Stange Geld“, so Maresch. Für den investierten Betrag bekommt man Einkaufsgutscheine, wenn auch nicht in der gleichen Höhe. Natürlich kann man auch einfach nur spenden.

5000 Euro sollten in Winzerhausen bis zum 20. Juli zusammenkommen. „Der Laden ist beschlossen, aber so kommen wir schneller voran“, sagt der Firmeninhaber. Verpflichtet sei aber keiner, am Crowdfunding teilzunehmen. Die Eröffnung ist am 27. August geplant. „Das ist aber noch nicht in Stein gemeißelt.“

Internet: www.startnext.com/tante-m-winzerhausen und www.tante-m.shop.

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