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Corona

Mehr Berechtigte für Impfteams

Nun sollen in der ersten Phase doch auch Senioren im Betreuten Wohnen von Pflegeheimen durch mobile Teams zuhause geimpft werden dürfen. Doch für eine sinnvolle Koordinierung kommt diese Änderung wohl vielerorts zu spät.

Auch im Betreuten Wohnen von Pflegeheimen soll es jetzt die Möglichkeit zur Corona-Impfung durch Mobile Teams geben. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Auch im Betreuten Wohnen von Pflegeheimen soll es jetzt die Möglichkeit zur Corona-Impfung durch Mobile Teams geben. Foto: Holm Wolschendorf

Kreis Ludwigsburg. Die Erleichterung ist deutlich hörbar in Stefan Eberts Stimme. Denn am Freitag hat der Geschäftsführer der Kleeblatt Pflegeheime im Kreis die „freudige Nachricht“ bekommen, dass nun doch wie gewünscht auch die Senioren im Betreuten Wohnen durch die Mobilen Impfteams ihren Schutz gegen das Coronavirus bekommen können, sofern diese Einrichtungen im selben Gebäude sind wie die Pflegeheime. Das habe das Ministerium für Soziales und Integration in Stuttgart so entschieden.

Bislang hatte man in der ersten Phase der Corona-Impfungen nur Bewohner von Heimen und das dortige Pflegepersonal als Berechtigte für den Einsatz der Teams angesehen. Die Senioren in einer Tagespflegeeinrichtung oder dem Betreuten Wohnen sollten erst in den nächsten Stufen folgen oder sich selbst um die Termine in den zentralen Impfzentren kümmern – obwohl gerade letztere Gruppe zumeist im selben Gebäudekomplex wie die Pflegeheime lebt. Begründet wurde das mit der Knappheit des Impfstoffs und der komplexen Logistik für die landesweit 45 mobilen Impfteams zum Start Ende Dezember. Zudem, so hieß es beim Sozialministerium, könnte man sich im betreuten Wohnen besser schützen als in einem Heim.

Gegen die Einschränkung hatten sich unter anderem die Kleeblatt-Heime gewandt, und ihr Anliegen auch dem Landrat übermittelt, der das ans Ministerium weitergeleitet habe – und nun ebenfalls zufrieden ist. „Wir freuen uns, dass das Sozialministerium unserem Vorschlag gefolgt ist“, wird Dietmar Allgaier in einer Mitteilung vom Freitagabend zitiert.

Unterstützung sei zudem von den Landtags- und Bundestagsabgeordneten Fabian Gramling und Eberhard Gienger (beide CDU) sowie von Ramona Schröder, SPD-Kreisrätin und Kuratoriumsmitglied, gekommen. Und in einem gemeinsamen Schreiben an Minister Manne Lucha hätten noch einmal alle Kleeblatt-Gesellschafter eine Anpassung des Verfahrens gefordert, zählt Ebert auf.

Das wird es nun zwar geben – doch wie es in der Praxis abläuft, ist derzeit noch unklar. Ebert weiß nur, dass die Anmeldung der Impfwilligen gemäß den Landesvorgaben über die jeweilige stationäre Einrichtung erfolgen soll. Und: „Wir werden unsere Bewohner im Kleeblatt Wohnen umgehend informieren und mit der Organisation beginnen.“ Doch für manche Orte kommt das so gut wie sicher zu spät für einen Paralleleinsatz, etwa für Pattonville. Im dortigen Kleeblatt-Heim war am Sonntag nach Weihnachten der kreisweite Startschuss für die Impfung gefallen, 22 Bewohner und 14 Mitarbeiter sowie Ebert haben sich die erste Spritze verpassen lassen, die zweite Dosis soll es am kommenden Mittwoch geben. Wie empfohlen nach rund drei Wochen, aber zu früh, um auch noch das Betreute Wohnen in den Stockwerken darüber – eine Kombination wie es sie an vielen Standorten gibt – mitversorgen zu können.

Danach zieht das Mobile Impfteam – das für den Kreis Ludwigsburg wird bislang vom Robert-Bosch-Krankenhaus gestellt – weiter zu den nächsten Häusern. Doch das sind auch bei der Kleeblatt-Gruppe beileibe nicht alle, am Dreikönigstag wurde mit der Einrichtung in Oberstenfeld das elfte Pflegeheim versorgt, 26 gibt es aber insgesamt, ein Großteil muss also noch warten. Der Impfstart für die restlichen Häuser soll nach den jüngsten Plänen erst nach dem 22. Januar sein, wenn das zentrale Impfzentrum in Ludwigsburg an den Start geht und dann der Kreis mit vier eigenen Impfteams in die Einrichtungen kommen will.

„Für uns ist es bitter, dass es diese Lücke gibt“, so Ebert – ursprünglich war von Seiten der Kreisverwaltung geplant, dass alle Pflegeheime im Januar ein komplettes Impfangebot erhalten. „Wir hoffen nun, dass der Kreis schnell genug den Impfstoff bekommt“, sagt er. Denn nur daran scheint es bislang zu hapern. „Grundsätzlich haben das alle schon Geimpften super überstanden.“ Wenngleich es nun gedauert hat mit der Entscheidung zum Betreuten Wohnen, sagt Ebert: „Es ist mir lieber, dass dort vielleicht erst in ein paar Wochen geimpft wird, als erst in ein paar Monaten.“

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