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Pfusch am Bau

Schimmel in Sachsenheimer Kita - und das bei einem Neubau!

Streit mit Baufirmen und Planer – Kinder des Kinderhauses Mobile suchen Ausweichmöglichkeiten

Durch Pfusch am Bau muss das Kinderhaus Mobile nach sieben Jahren saniert werden.Foto: Alfred Drossel
Durch Pfusch am Bau muss das Kinderhaus Mobile nach sieben Jahren saniert werden. Foto: Alfred Drossel

Sachsenheim. Nur ein Jahr nach Fertigstellung 2014 ist am Kinderhauses Mobile an den Wänden Schimmel aufgetreten. Die Stadt streitet mit den Baufirmen und dem Planer. Jetzt soll die bestehende Containeranlage der Schule, wenn keine andere Ausweichmöglichkeit während der Bauzeit für die 70 Kinder gefunden wird, als Quartier genutzt werden. Mit Kosten von über 176000 Euro wird das aber teuer.

Im Zuge einer Gebäudebegehung wurden schon vor fast sieben Jahren im Bereich der Sanitärräume Feuchteerscheinungen festgestellt und bei der damals mit der Ausführung beauftragten Firma Züblin angemahnt.

Die Ursachenforschung blieb jedoch erfolglos. Weder Züblin noch der Generalplaner hätten brauchbare Ergebnisse liefern könne, berichtet Michael Miorin-Bellermann von Fachbereich Bauen im Gemeinderat. Die Folge seien gegenseitige Schuldzuweisungen, die nicht zuletzt darin mündeten, dass Züblin die Stadt als Ursache sieht, die durch die Pflanzung eines Baumes im Innenhof des Kindergartens die Fassade beschädigt haben sollte.

„Diese Mutmaßung erwies sich jedoch als haltlos“, sagt Miorin-Bellermann. Im weiteren Verlauf sei Züblin immer wieder zur Mängelbeseitigung aufgefordert worden. Jedoch ohne Ergebnis. Mitte 2019 wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben mit dem Ergebnis, dass von den im Labor analysierten Proben, keine Gefahr ausgehe. Seit letztem Jahr ist die Stadt mit der Ursachenfeststellung der maroden Fassaden- und Wandkonstruktion beschäftigt, mit dem Ergebnis, dass jetzt Bauausführungsmängel im Bereich der Regenrohre sowie in der Fassadenkonstruktion festgestellt wurden.

Gemeinsam mit einem Rechtsanwalt werde seither versucht, die ausführenden Firmen, wie auch den Planer, zur Verantwortung zu ziehen. Allerdings ohne Erfolg. Ein von der Stadt eingeholtes Sanierungsangebot für die Wiederherstellung der desolaten Konstruktion belaufe sich auf knapp 47000 Euro. Mehr als drei Monate würde die Sanierung dauern.

Für diese Zeit wird eine Übergangslösung gesucht. Das Freiwerden der Interimscontainer auf dem Schulcampus, ab September, scheint der einzig gangbare Weg zu sein.

Die Mietkosten belaufen sich für ein weiteres halbes Jahr auf über 176000 Euro, zuzüglich den Sanierungskosten, deren Größenordnung noch nicht abschließend beziffert werden könne, betont Miorin-Bellermann.

Bürgermeister Holger Albrich will aber weiter nach einer praktikableren und wirtschaftlichen Lösung suchen. Die Zeit dazu ist allerdings knapp.

Die Handwerker müssten für ihren Pfusch konsequent zur Rechenschaft gezogen werden, sagt Karl Willig (FDP). „Die Kosten tun weh“, klagt Peter Brosi (GLS). Der fraktionslose Oliver Häcker sprach sich gegen eine weitere Nutzung der Container aus. Günter Dick (GLS) bemängelt, dass er diese ärgerlichen Umstände zu spät erfahren habe. Bürgermeister Holger Albrich ist es wichtig, dass der Betrieb im Kinderhaus weitergeht. Der Gemeinderat unterstützt ihn mit dem Beschluss, notfalls die Schulcontainer weiter zu nutzen.

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