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Denkmal

Schule ist wieder zu haben

Gemeinde sucht erneut einen Investor für das denkmalgeschützte Gebäude im Ortsteil Gronau

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Platz ist vorhanden in der Schule: Zweimal 154 Quadratmeter und 107 Quadratmeter unterm Dach; die Toiletten sind noch im Hof.Fotos: Holm Wolschendorf
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Alt und schön: die Eingangstür.

Oberstenfeld. Interesse an einem stattlichen, zweistöckigen Backsteingebäude, Baujahr 1896? Ortsbildprägend und mitten in Gronau gelegen? Das alte Schulhaus wäre derzeit wieder zu haben, nachdem ein Investor abgesprungen ist. Die Gemeinde sucht einen neuen Käufer, der allerdings ein schlüssiges Konzept vorlegen muss, in dem er schildert, was er mit dem Gebäude vorhat.

Dem Verkauf des Gebäudes geht eine turbulente Geschichte voraus: Ende 2015 war der damals erst vor Kurzem ins Amt gewählte junge Bürgermeister Markus Kleemann mit zwei Neuigkeiten an die Öffentlichkeit gegangen, die gewaltige Unruhe in der Gemeinde auslösten. Weil der Haushalt – der damals zum ersten Mal nach dem neuen kommunalen Haushaltsrecht auch den Werteverzehr abbilden sollte – ins Defizit gerutscht war, steuerte die Verwaltung mit drastischen Sparmaßnahmen dagegen. Geschlossen werden sollte der Kindergarten in Gronau (was inzwischen vom Tisch ist) und die Schule im Teilort Gronau. Diese Entscheidung, der der Gemeinderat mit Bauchweh zustimmte, löste heftige Proteste aus und führte sogar zu einer veritablen Protest-Demo: 200 empörte Eltern zogen mit Kindern, Transparenten, Plakaten und 1000 Unterschriften zum Rathaus. Genützt hat der Protest nichts.

Zum 1. September 2016 wurde die Schule geschlossen, die Gronauer Kinder gehen seither in die Lichtenbergschule und sind dort – wie zu hören ist – inzwischen gut integriert. Die Gemeinde schrieb das mittlerweile leer geräumte Schulgebäude in Gronau zum Verkauf aus; 370 000 Euro sollte es einbringen. Voraussetzung für einen Verkauf: Der Käufer muss ein „ausgereiftes Nutzungskonzept“ vorlegen.

Tatsächlich interessierte sich ein Investor für das alte Schulhaus. 2017 diskutierte der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung und kam zu dem Schluss, Angebot und Konzept entspreche den Erfordernissen. Nach Rücksprache mit Architekten und dem Denkmalamt – das Gebäude steht unter Denkmalschutz, war dieser Interessent aber wieder abgesprungen. „Ihm war das Risiko zu groß“, sagt Bürgermeister Markus Kleemann. Und er räumt ein: „Es ist kein einfaches Gebäude; ehe man es nutzen kann, sind erhebliche Sanierungsarbeiten erforderlich.“

Und dann ist da immer noch das Nutzungskonzept. Ruhiges Gewerbe sei vorstellbar, sagt Kleemann, auch gegen ein Hotel spreche nichts; wünschenswert sei auch „eine gewisse Öffentlichkeit“, vielleicht mit einem Café im Erdgeschoss. Der Bürgermeister ist überzeugt: „Da kann man was draus machen!“

Info: Interessenten können sich unter Telefon (0 70 62) 2 61 18 oder E-Mail wanner@oberstenfeld.de melden.