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Verkehr

Umbaupläne in der Warteschleife

Um (wieder) etwas mehr Bewegung in den eigentlich schon seit Jahren als dringlich erachteten Ausbau der Oehlerkreuzung zu bringen, geht die Stadt Marbach gewissermaßen in Vorleistung und erstellt einen Bebauungsplan als Grundlage der weiteren Planungen und Verfahren.

Die Oehlerkreuzung ist seit Jahren (überlastetes) Nadelöhr am nordwestlichen Stadteingang von Marbach. Um mit dem Ausbau der Kreuzung voranzukommen, wird jetzt die Stadt einen Bebauungsplan erstellen und das Regierungspräsidium damit vom regulär eige
Die Oehlerkreuzung ist seit Jahren (überlastetes) Nadelöhr am nordwestlichen Stadteingang von Marbach. Um mit dem Ausbau der Kreuzung voranzukommen, wird jetzt die Stadt einen Bebauungsplan erstellen und das Regierungspräsidium damit vom regulär eigentlich vorzunehmenden Planfeststellungsverfahren entlasten. Foto: Holm Wolschendorf

Marbach. Damit entlastet das städtische Bauamt das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart, das sich aktuell wegen der vielen von ihm betreuten Straßenbaumaßnahmen nicht in der Lage sieht, „zeitnah“ ein Planfeststellungsverfahren über die Bühne zu bekommen. Doch ohne das RP kann die Stadt im Bereich der Oehlerkreuzung gar nichts ausrichten, weil mit der L 1100 (Murr-Ludwigsburg) und der L 1125 (Bottwartalstraße) zwei Landesstraßen betroffen sind und damit die Behörde tangiert ist.

Wie Ralf Lobert gestern den Stadträten im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) des Gemeinderats erläuterte, wird das Stadtbauamt den Bebauungsplan für den eigentlichen Kreuzungsbereich anfertigen; dafür liegen Vorarbeiten wie beispielsweise die artenschutzrechtliche Übersichtsbegehung und ein tierökologisches Gutachten vor. Die beiden Untersuchungen hat die Stadt Marbach bereits in Auftrag gegeben, weil ursprünglich ein Bebauungsplan für den gesamten nordwestlichen Stadteingang anvisiert wurde. Denn es geht in diesem Bereich nicht nur um die Frage, wie der Verkehr besser über den Knoten Oehlerkreuzung kommen kann, sondern auch um die Pläne der Firma Oehler, die hier einen neuen Werksverkauf bauen will.

Aufgrund der verschiedenen Wünsche und Ansprüche gab es einen städtebaulichen Wettbewerb, der bereits vor drei Jahren abgeschlossen wurde und der Grundlage für den Bebauungsplan sein sollte. Doch mittlerweile hat das RP eine weitere Verkehrsuntersuchung angestrengt, um jene Veränderungen und ihre Auswirkungen in dem Straßennetz zu erfassen, das die L 1100 und die L 1125 umgibt und den Umbau der Oehlerkreuzung darauf abzustimmen. Die vorangegangene Verkehrsuntersuchung stammt aus dem Jahr 2011 und gilt als überholt. Laut Bürgermeister Jan Trost rechnet die Stadt in den nächsten Wochen mit den Ergebnissen der neuen Studie. Und die Firma Oehler hat zwischenzeitlich signalisiert, „dass in Bezug auf ihr Vorhaben möglicherweise eine Umplanung vorgenommen werden muss“, wie es in der Sitzungsvorlage für die Stadträte heißt. Auf die Frage von Benjamin Flaig (Puls), ob damit der städtebauliche Wettbewerb „für die Katz‘ war“, blieb Trost im Ungefähren. „Es laufen Überlegungen“, war der einzige Satz, den er sich dazu entlocken ließ.

Jedenfalls haben weder das RP noch die Firma Oehler bislang das Verfahren beschleunigt – obwohl der neue Werksverkauf angeblich bis zum Firmenjubiläum 2023 fertig sein soll – und so wird jetzt das Bebauungsplanverfahren geteilt, damit die Planung für die Oehlerkreuzung vorgezogen werden kann.

Eine Entwicklung, die bei Heinz Reichert (SPD) ziemlichen Unmut auslöste; es könne nicht sein, dass eine Behörde wie das RP ihren Aufgaben nicht nachkomme, und es sei „ein furchtbares Hickhack“ mit der Firma Oehler. „Ziemlich überrascht“ fühlte sich auch Jürgen Waser (Grüne) von der Entwicklung. Aufgabe der Stadt sei es nun, „möglichst schnell“ den Bebauungsplan zu machen. Was Ralf Lobert zusagte: „Wir stehen im Rahmen unserer Möglichkeiten Gewehr bei Fuß.“

Jochen Biesinger (CDU) plädierte dafür, den Zeitverzug zu nutzen, um die Überlegungen des Landkreises zur Busbeschleunigung in Marbach und im Bottwartal in die Planung einfließen zu lassen. Die Stadt müsse dafür das Gespräch mit Land und Kreis suchen.

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