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Busverkehr

Wenn Lehrer ihre Schüler einsammeln müssen

Ein Bus, der nicht kommt. Ein Busfahrer, der die Kinder eine Haltestelle vor der Schule aussteigen lässt: Seit der Unterricht nach den Ferien wieder angefangen hat, gibt es Ärger mit dem Schulbus. Das kam am Donnerstag im Gemeinderat zur Sprache.

Mit dem Bus zur Schule: Noch gibt es Probleme. (Symbolbild) Archivfoto: Franziska Kraufmann/dpa
Mit dem Bus zur Schule: Noch gibt es Probleme. (Symbolbild) Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Oberstenfeld. Michael Schilpp, neu gewählter Gemeinderat der CDU-Fraktion, brachte das Thema während der Gemeinderatssitzung zur Sprache, nachdem Konrektorin Marie-Luise Wenninger referiert hatte, wie gut es an der Lichtenbergschule läuft. Aber beim Schulbus gebe es Klagen, wandte Schilpp ein.

Das sei in der Tat so, sagte die Konrektorin, seit die Schule wieder begonnen hat, gebe es ein großes Problem: „Der Ablauf funktioniert nicht.“ So würde zum Beispiel die Haltestelle an der Lichtenbergschule morgens nicht angefahren; stattdessen müssten die Kinder bereits in der Ortsmitte am Rathaus aussteigen. Beim Nachmittagsunterricht komme der Bus nicht rechtzeitig zur Schule, weshalb die Kinder nicht zur erwarteten Zeit nach Hause kommen und die Eltern in Sorge sind.

Es trifft 87 Kinder aus Gronau und Prevorst

Betroffen sind die Schülerinnen und Schüler aus Prevorst und Gronau. Derzeit sind das 87 Kinder, darunter 28 Erstklässler. „Gerade für die Erstklässler ist es schade, dass sie so einen schwierigen Start haben“, sagt Konrektorin Marie-Luise Wenninger im Gespräch mit unserer Zeitung, „sie haben ja in den Ferien mit den Eltern geübt und sich aufs Schulbusfahren gefreut.“

Als ein Busfahrer die Kinder bereits am Rathaus aussteigen ließ, statt weiter bis zur Schulbushaltestelle an der Lichtenbergschule zu fahren, griffen die Lehrerinnen zur Selbsthilfe: „Wir standen dann um 7.50 Uhr am Rathaus und haben die Kinder eingesammelt“, berichtet die Konrektorin, „aber das können wir natürlich nicht jeden Tag leisten.“

Nach dem Nachmittagsunterricht sei der Bus eine Viertelstunde zu spät zur Schule gekommen, weshalb die Kinder später als erwartet zu Hause ankamen und die Eltern sich Sorgen gemacht haben. Natürlich hätten sich alle bereits beschwert: die Schule, die Eltern, die Gemeinde. Denn Probleme dieser Art sind im Busverkehr neu. „Im vergangenen Jahr hat es gut funktioniert“, sagt Marie-Luise Wenninger und auch Bürgermeister Markus Kleemann sagte im Gemeinderat, im Vorjahr habe der Schulbusverkehr „wunderbar geklappt“. Und er versprach: „Wir kümmern uns drum!“

„Das muss sich noch einspielen“

Grund für die Probleme ist offenbar folgender: Im Sommer war der Busverkehr im Landkreis neu ausgeschrieben worden. Für das Linienbündel sechs, das das ganze Bottwartal umfasst, hatte die Regionalbus Stuttgart (RBS) in der europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhalten. Die Fahrten übernimmt eine hundertprozentige Tochter der RBS, die Firma Friedrich Müller Omnibus. „Es gibt noch einen Subunternehmer“, erläutert Bürgermeister Markus Kleemann, „es sind also drei verschiedene Unternehmen involviert.“ Bei den Problemen im Schulbusverkehr handle es sich um Anfangsschwierigkeiten. Kleemann: „Das muss sich noch einspielen, aber wir kümmern uns drum.“

Die Firma Müller Omnibus verwies gestern an die Regionalbus Stuttgart; dort war aber keine Stellungnahme mehr zu erhalten.

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