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Kreisimpfzentrum

Impfaktion für Kinder und Jugendliche

In vielen Impfzentren in Baden-Württemberg finden in den Sommerferien besondere Impfaktionen für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17Jahren statt. Auch Ludwigsburg ist dabei – obwohl hier schon seit Anfang Juli auch Kinder ohne Termin ins Impfzentrum kommen können.

Neben Biotech wird auch der Impfstoff Johnson&Johnson verimpft. Archivfoto: Ramona Theiss
Neben Biotech wird auch der Impfstoff Johnson&Johnson verimpft. Foto: Ramona Theiss

Kreis Ludwigsburg. Die Landesregierung möchte sich in den Schulferien mit einer Corona-Impfaktion speziell an Kinder und Jugendliche wenden. An drei Wochenenden während der Sommerferien soll es in rund 40 Impfzentren im Südwesten Impfangebote für Zwölf- bis 17-Jährige und deren Eltern geben, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte. Diese könnten sich dort auch ohne Termin impfen lassen. Die Aktion startet bereits an diesem Wochenende. Alle Impfzentren, die daran teilnehmen, sind auf der Webseite www.dranbleiben-bw.de zusammengefasst – auch das Ludwigsburger Kreisimpfzentrum ist mit dabei.

Schon seit Anfang Juli können in Ludwigsburg auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren geimpft werden. Sie benötigen dafür – wie auch alle anderen Impfwilligen – keinen Termin. Dass Kinder wie in Ludwigsburg zu jedem Termin ins Impfzentrum kommen können, ist nicht in allen Impfzentren in Baden-Württemberg so. Auch deshalb startet das Land nun in den Sommerferien mit einer Aktion speziell für Kinder und Jugendliche.

Auch wenn die Impfung von Zwölf- bis 17-Jährigen für das Impfzentrum in Ludwigsburg nichts Neues ist, möchten die Verantwortlichen trotzdem an der Aktion teilnehmen. „Dem Land ist es wichtig, nochmals in einer Aktionswoche explizit auf die Impfmöglichkeit der Kinder hinzuweisen. Da machen wir natürlich mit“, teilte ein Sprecher des Landratsamtes auf Nachfrage mit. Einen Unterschied zu den anderen Tagen, an denen Kinder auch mit ihren Eltern zum Impfen kommen können, gebe es nicht. Auch Impfwillige ab 18 können jederzeit zum Impfzentrum kommen.

Wie viele Kinder und Jugendliche in den vergangenen Wochen im Kreisimpfzentrum (KIZ) Ludwigsburg geimpft wurden, kann nicht genau gesagt werden. Das Landratsamt vermutet aber, dass aktuell rund zehn Prozent der Impflinge zwischen zwölf und 17Jahre alt sind. Die Aufklärungsgespräche mit einem Arzt im Impfzentrum dauern bei Kindern und Jugendlichen länger als bei Erwachsenen, so der Sprecher des Landratsamtes.

Ausführliche Gespräche mit Kindern und Eltern

Es gebe auch Eltern, die nach Abwägung aller Fakten beschließen, ihr Kind doch nicht impfen zu lassen. Eine genaue Abwägung ist auch im Sinn der Ärztinnen und Ärzte, ergänzt Dr. Roland Kolepke, der ärztliche Leiter des Impfzentrums. „Da die Entscheidung ja im Falle einer positiven Impfentscheidung gegen eine Stiko-Empfehlung geht, muss diese gut begründet und dokumentiert werden“, sagt er. Es seien ja auch im Zweifelsfall die Ärztinnen und die Ärzte, die sich rechtfertigen müssen, ein Kind geimpft zu haben. Dass für die Aufklärungsgespräche mit Zwölf- bis 17-Jährigen Kinderärzte vor Ort im Impfzentrum sein sollen, ist nicht vorgeschrieben. „Wir sind jedoch in der glücklichen Lage, oftmals auf die Expertise eines Kinderarztes zurückgreifen zu können“, so der Sprecher des Landratsamtes.

Auch bei der Impfaktion für Kinder und Jugendliche am Wochenende werden ausführliche Aufklärungsgespräche stattfinden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Impfung für Kinder ab zwölf Jahren nicht grundsätzlich, sondern nur für Kinder mit Vorerkrankungen oder im Umfeld von gefährdeten Personen, die sich nicht selbst schützen können. Zugelassen ist nur der Impfstoff von Biontech. Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung bei Kindern und Jugendlichen liegt bei den Eltern. Deshalb sieht das Landratsamt Impfaktionen – zum Beispiel mit den Impfbussen – an Schulen als kritisch an. Laut Landratsamt sollen Kinder und deren Eltern lieber zu den Impfungen ohne Termin ins KIZ kommen, das ist täglich ab 9Uhr möglich.

In Ludwigsburg wird derweil laut über eine Impfaktion an Schulen nach den Sommerferien nachgedacht. Der Abteilungsleiter Schulen im Fachbereich Bildung, Daniel Wittmann, erwähnte dies am Mittwoch im Gemeinderat. Geplant ist der Einsatz des mobilen Impfbusses an großen Schulzentren, wie die Stadt auf Nachfrage mitteilt. Gemeinsam mit dem Gesamtelternbeirat und der Gesundheitsdezernentin Dr. Karlin Stark vom Landratsamt soll es in den Sommerferien zudem einen Aufruf zum Impfen geben.

Außerdem kam in dieser Woche bei der Sitzung des Integrationsrats eine weitere Idee auf: eine Aktion im Impfzentrum speziell für Migranten. Uschi Traub, die als CDU-Stadträtin auch im Integrationsrat sitzt und im Gesundheitsamt des Landratsamtes arbeitet, brachte die Idee auf. Die Mitglieder des Integrationsrats könnten, so Traub, in ihren Gemeinden und Vereinen für das Impfen werben. An einem Tag könnten dann im Impfzentrum Übersetzer zur Verfügung stehen, die Migranten in ihrer Muttersprache aufklären. Bei den Mitgliedern des Gremiums stieß die Idee auf viel Zustimmung. „Die Idee ist großartig“, so Jürgen Nenz. Eine Aktion am Abend oder am Wochenende sei wichtig, damit der Termin nicht mit der Arbeit kollidiert. Nenz ist sich sicher, dass über die bestehenden Netzwerke Hemmschwellen gesenkt werden können. Rosanna Bellarosa machte jedoch darauf aufmerksam, dass es auch Migrantinnen und Migranten gibt, die weder in Gemeinden noch Vereinen erreichbar sind. Auch die dürften nicht vergessen werden. Die erreiche man nicht mit Aktionen im Impfzentrum, sondern eher mit Impfungen an Plätzen, wo sie sowieso sind, etwa am Marktplatz.

Eventuell bald Impfaktion für Migrantinnen und Migranten

Genau das, so Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz, sei das Ziel der Impfbusse, die derzeit durch den Landkreis touren und an Plätzen haltmachen, wo viele Menschen vorbeikommen. Ob eine Aktion für Migrantinnen und Migranten im Kreisimpfzentrum realisierbar ist, konnte in der Sitzung des Integrationsrats nicht abschließend entschieden werden. Uschi Traub möchte das in den nächsten Tagen abklären.

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