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Ludwigsburg trauert um Herzog Carl - Erinnerungen und Bildergalerie

Carl Herzog von Württemberg mit seiner Ehefrau Diane Herzogin von Württemberg Württemberg am Vorabend seines 80. Geburtstags am 31. Juli 2016 im Garten von Schloss Altshausen.Archivfoto: dpa
Carl Herzog von Württemberg mit seiner Ehefrau Diane Herzogin von Württemberg Württemberg am Vorabend seines 80. Geburtstags am 31. Juli 2016 im Garten von Schloss Altshausen.Archivfoto: dpa
Sein wohl letzter offizieller Besuch in Ludwigsburg anlässlich der Verleihung des Ludwig-Uhland-Preises 2019. Der von Carl Herzog von Württemberg gestiftete Ludwig-Uhland-Preis wird dem Historiker Professor Dr. Dieter Langewiesche (links) sowie Comed
Sein wohl letzter offizieller Besuch in Ludwigsburg anlässlich der Verleihung des Ludwig-Uhland-Preises 2019. Der von Carl Herzog von Württemberg gestiftete Ludwig-Uhland-Preis wird dem Historiker Professor Dr. Dieter Langewiesche (links) sowie Comed
2004: Beim Benefiz-Gartenfest im Ludwigsburger Schloss treffen sich Carl Herzog von Württemberg und Sänger Maffay Peter. Archivfoto: LKZ
2004: Beim Benefiz-Gartenfest im Ludwigsburger Schloss treffen sich Carl Herzog von Württemberg und Sänger Maffay Peter. Archivfoto: LKZ
2004: Beim Barocken Fest anlässlich 300 Jahre Schloss Ludwigsburg ist der Herzog umringt von Kostümierten.Archivfoto: A. Drossel
2004: Beim Barocken Fest anlässlich 300 Jahre Schloss Ludwigsburg ist der Herzog umringt von Kostümierten.Archivfoto: A. Drossel
2003: Viele Jahre war Carl Herzog von Württemberg Gesellschafter der Ludwigsburger Porzellanmanufaktur. Hier ist er mit der damaligen Manufaktur-Geschäftsführerin Christiane Bethke-Krauß und dem mittlerweile verstorbenen Unternehmer Berthold Leibinge
2003: Viele Jahre war Carl Herzog von Württemberg Gesellschafter der Ludwigsburger Porzellanmanufaktur. Hier ist er mit der damaligen Manufaktur-Geschäftsführerin Christiane Bethke-Krauß und dem mittlerweile verstorbenen Unternehmer Berthold Leibinge
Seine Familie hat dem Bundesland den Namen gegeben - nun ist Carl Herzog von Württemberg gestorben. Der Unternehmer und Mäzen wurde 85 Jahre alt. Zu Ludwigsburg hatte der Herzog immer eine ganz besondere Beziehung.

Ludwigsburg. Die Nachricht vom Tod des Herzogs hat auch in Ludwigsburg viel Anteilnahme hervorgerufen. Carl Herzog von Württemberg ist am Dienstag in den frühen Morgenstunden verstorben. „Herzog Carl verstarb nach lang erduldeter Krankheit dann doch überraschend nach einem einwöchigen Aufenthalt in der Oberschwabenklinik in Ravensburg im Kreis seiner Familie“, teilt das Haus Württemberg mit.

Carl Herzog von Württemberg schaut in die Kamera

Carl Herzog von Württemberg stammte aus der katholischen Linie eines der ältesten früher regierenden Adelshäuser im deutschsprachigen Raum. Am 30. November 1918 dankte König Wilhelm II. ab. Da dieser keine männlichen Nachfahren hatte, gingen nach dessen Tod das Hausvermögen und der theoretische Thronanspruch auf die katholische Linie über, der auch Carl Herzog von Württemberg angehörte.

Geschickter Unternehmer und hartnäckiger Spendensammler

Der Herzog galt als geschickter Unternehmer und hartnäckiger Spendensammler mit engsten Verbindungen in Wirtschaft, Politik, Kultur und Kirche. In den vergangenen Jahren wurde es allerdings ruhiger um den Chef des Hauses Württemberg.

Sein letzter Auftritt in Ludwigsburg liegt einige Jahre zurück. 2019 hatte er im Ordenssaal den von ihm gestifteten Uhland-Preis verliehen. Oft führten ihn seine Wege ins Schloss. Zu Festen und Veranstaltungen, zu Feierlichkeiten wie beispielsweise der Hochzeit seines ältesten Sohnes, Herzog Friedrich, aber auch, um die Ahnen zu ehren, die hier in der Gruft liegen. „Zu Geburtstagen kam er oft und hat Blumen an die Särge von König Friedrich und Herzog Carl Eugen gelegt“, erinnert sich der frühere Schlossverwalter Ulrich Krüger. „Er war übrigens der einzige, der im Schloss rauchen durfte“, erzählt Krüger. Und Michael Herzog von Württemberg sagte einst über seinen Vater: „Erst kommt der Rauch, dann kommt der Herzog.“

Zahlreiche Liegenschaften im Landkreis

Noch heute gehören dem Haus Württemberg zahlreiche Liegenschaften im Landkreis Ludwigsburg. So unter anderem das Schlosshotel Monrepos, das Seeschloss und der Golfplatz. Außerdem hat das Weingut „Herzog von Württemberg“ hier seinen Sitz. Die Hofkammer, das Wirtschaftsunternehmen des Hauses Württemberg, unterhält zudem Waldbesitz in Großbottwar, Weinlagen in Gündelbach, Hohenhaslach und Großbottwar sowie landwirtschaftliche Flächen in Hohenhaslach.

Großes Engagement für Ludwigsburg

Obwohl Schloss Altshausen bei Ravensburg Stammsitz der Familie ist, fühlte sich Herzog Carl der Stadt Ludwigsburg immer besonders verbunden und blieb damit der Tradition des Hauses treu. Bei der Sanierung der Ludwigsburger Torhäuser engagierte sich der Herzog ebenso wie für die Karlshöhe und die Porzellan Manufaktur.

„Wir trauern um Carl Herzog von Württemberg, dem wir durch seinen jahrzehntelangen Einsatz für die großartige Domäne Monrepos einen der schönsten Plätze Ludwigsburgs zu verdanken haben. Er war für mich eine beeindruckende Persönlichkeit, der sich insbesondere mit aller Tatkraft in der Förderung sozial benachteiligter Menschen hervorgetan hat“, würdigt Oberbürgermeister Matthias Knecht den Verstorbenen.

Der Tradition und den Menschen verpflichtet

Blüba-Direktor Volker Kugel beschreibt den Herzog als „beeindruckende Persönlichkeit“, voller Großzügigkeit und Humor. Noch vor kurzem habe sich Herzog Carl handschriftlich für die jährliche Blüba-Ehrenkarte bedankt. Ulrich Krüger ist vor allem eine Begebenheit in Erinnerung geblieben: „Er sagte mal im Schloss zu mir: ‚Ich bin so froh, dass Sie mir den Kasten abgenommen haben.!‘“ Mit „Sie“ war das Land Baden-Württemberg gemeint. Denn der Herzog wusste sehr wohl, was es bedeutet, ein solches Monument zu erhalten. Nicht zuletzt deshalb hat der die Gründung der Dankmalstiftung Baden-Württemberg initiiert.

Soziales Engagement war ihm eine Lebensaufgabe. Dabei folgte er dem Rat seines Vaters, Herzog Philipp. „Er hat gesagt: ‚Wir haben zwar nichts mehr zu sagen, aber trotzdem haben wir eine Verpflichtung für die Menschen in dem Land, das unseren Namen trägt‘“, sagte er einmal bei einer Veranstaltung in Ludwigsburg.

Deshalb sah sich Carl Herzog von Württemberg insbesondere Kindern und Kranken verpflichtet. „Es macht mir mehr Freude, eine große Spende für kranke Kinder zu bekommen, als einen Riesen-Deal abzuschließen“, sagte er. Den brauche er zwar auch, „aber das ist keine Herzenssache“.

Unfalltod des ältesten Sohnes

Ein schwerer Schicksalsschlag für die herzogliche Familie war der Unfalltod des ältesten Sohnes, Herzog Friedrich, im Mai 2018. Die Leitung der Hofkammer hatte 2020 Herzog Michael übernommen, der auch das Weingut am Monreops führt. Nachfolger als Chef des Hauses ist nun Enkelsohn Herzog Wilhelm.

Info:

Die Stadt Ludwigsburg hat für alle Bürgerinnen und Bürger ein Kondolenzbuch im Rathaus ausgelegt