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SG BBM Bietigheim im Derby nahezu fehlerlos

Die SG BBM Bietigheim gewann gestern Abend das Derby gegen den TuS Metzingen 34:29 und festigte damit den zweiten Platz in der Frauenhandball-Bundesliga.

Dynamisch: Bietigheims Xenia Smits (Mitte) setzt sich gegen Maren Weigel (links) und Marlene Zapf durch. Foto: Baumann
Dynamisch: Bietigheims Xenia Smits (Mitte) setzt sich gegen Maren Weigel (links) und Marlene Zapf durch. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Bietigheim war nicht wiederzuerkennen. Die Mannschaft, die noch am Sonntag im Champions League-Achtelfinale nur ein Spielball von Györ war, zeigte ihre beste erste Halbzeit in dieser Saison. Die SG spielte nahezu fehlerlos, der Ball lief wie am berühmten Schnürchen und Metzingens Abwehr war chancenlos.

Die TusSies wollten mit Tempo spielen, gingen aber zunächst im Sturmwirbel der SG unter. Bietigheim legte los wie die Feuerwehr und lag nach fünf Minuten bereits 5:0 vorn. Xenia Smits hatte mit einem Rückraumkracher den Torreigen eröffnet. Dann zog Kim Naidzinavicius die Strippen. Die SG-Kapitänin war in toller Spiellaune, brachte ihre Mitspielerinnen mit präzisen Pässen reihenweise in Wurfposition, war aber auch selbst torgefährlich.

Das große Plus der SG war die Ausgeglichenheit. Als nach acht Minuten Antje Lauenroth nach einer sehenswerten Kombination mit Naidzinavicius zum 7:2 einnetzte, hatten bereits alle sechs Spielerinnen der Anfangsformation getroffen.

Bietigheim behielt den Fuß auf dem Gaspedal. Die agile Amelie Berger startete unwiderstehlich zum Gegenstoß, Karolina Kudlacz-Gloc ließ mit einer angetäuschten Kreuzung gleich drei Gegenspielerinnen aussteigen. Da auch die Abwehr stand und Metzingen aus dem Spiel heraus kaum zu Chancen kam, setzte sich die SG über 11:4 bis auf 17:8 ab. Zur Pause lag Bietigheim 19:11 vorn und schien auf einen ungefährdeten Sieg zuzusteuern.

So leicht wollten es die TusSies dem schwäbischen Rivalen nicht machen. Metzingens Trainerin Edina Rott las ihrem Team in der Pause die Leviten und mischte kräftig durch. Die neuformierte Mannschaft leistete den Gastgeberinnen wesentlich mehr Widerstand. Kapitänin Marlene Zapf führte ihr Team mit vier Toren in Serie auf 25:21 heran. Bietigheim fand rechtzeitig wieder in die Spur. Zwei Treffer von Naidzinavicius und Konter von Kudlacz-Gloc sowie Lauenroth zum 29:21 sorgten zehn Minuten vor dem Ende für die Entscheidung.

„Das war überragend“, meinte BBM-Trainer Markus Gaugisch zur ersten Hälfte und lobte vor allem Karolina Kudlacz-Gloc, die in der Abwehr für zwei ackerte und vorne mit enormen Einsatz in die Lücken ging. Dadurch fiel es kaum auf, dass Julia Maidhoff fehlte. Bietigheims einzige Linkshänderin im Rückraum musste wegen eines im Abschlusstraining erlittenen Nasenbeinbruchs passen und wird einige Zeit fehlen.

Im Tor fand die SG in letzter Sekunde einen Ersatz für die wegen einer Gehirnerschütterung ausgefallene Emily Sando. Da die 3. Liga pausiert, konnte kurzfristig Rena Keller von der SG Schozach-Bottwartal verpflichtet werden. Die erst 17-jährige Jugendnationaltorhüterin aus Oberstenfeld nutzte getreu ihrem Motto „Im Jetzt leben“ die Chance, wechselte an die Enz und durfte bei ihrer Premiere auch gleich einige Minuten Bundesligaerfahrung sammeln.

SG: Salamakha, Keller; Berger (3), Lauenroth (5), Loerper (4/3), Schulze (1), Kudlacz-Gloc (6), Naidzinavicius (5/2), Patorra, Reimer, Smits (5), Snelder (5), Braun, Bianco.

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