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Zwei Schwaben beim Ironman auf Hawaii

Fabian Knobelspies und David Albert starten am Samstag beim härtesten Triathlon der Welt

Ludwigsburg/Marbach. Seit Monaten fiebern zwei Triathleten aus dem Kreis Ludwigsburg ihrem großen Auftritt entgegen. Fabian Knobelspies (Ludwigsburg) und David Albert (Marbach) starten beim legendären Ironman auf Hawaii.

Rund 2000 Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt werden sich am Samstag, 13. Oktober, in die Fluten des Pazifiks stürzen, um die größte Herausforderung anzunehmen, die der Triathlonsport zu bieten hat. Jeder, der zu dieser auserwählten Schar gehören will, muss seine Leidenschaft auf sehr hohem Niveau ausleben.

Knochenharte Qualifikation

Fabian Knobelspies (SV Ludwigsburg/Team Silla Hopp) und David Albert (Team Silla Hopp in Murr), beide 30 Jahre alt, schafften im Juli in einem knochenharten Wettkampf in Frankfurt die Qualifikation. Die Mainova European Championship sind das bestbesetzte Triathlon-Event in Europa. Den ersten sieben Athleten der Altersklasse 30 bis 34, der die Beiden angehören, winkte das Hawaii-Ticket.

Knobelspies wurde nach prächtigem Einstieg im Schwimmen (3,86 km) und cleverer Renneinteilung auf dem Rad (186 km) und beim Marathon (42,195 km) Vizeeuropameister der AK 30. Dahinter arbeitete sich der nicht ganz so gut gestartete Albert beim abschließenden Laufen hartnäckig bis auf Platz drei vor. Am Ende lagen ihre Zeiten nicht weit auseinander: Knobelspies 9:09:11 Stunden, Albert 9:11:10.

„Wenn man sich qualifiziert hat, trainiert man auf einer Welle“, beschreibt Fabian Knobelspies das Ironman-Gefühl. Häufige Trainingspartner waren der Marbacher Björn Laibacher, der schon auf Hawaii am Start war, Thomas Schmudde (Stuttgart), Timo Striegel (Großbottwar) und Simon Schlichenmaier (Aspach). Es sei sehr wertvoll, von Leuten umgeben zu sein, „die sich die gleichen Fragen stellen“.

Ein wichtiger Motivator für David Albert ist Ralf Himmelsbach, der das Hawaii-Erlebnis bereits hinter sich hat. Das Jahr 2018 ist ein besonderes für den Polizisten aus Marbach. Im Juli qualifizierte er sich für den Ironman, im August heiratete er seine Melanie, die Hochzeitsreise führt nun im Oktober nach Hawaii und anschließend nach San Francisco.

Den Wettkampf am 13. Oktober gehen sowohl Albert als auch Knobelspies mit Demut und großem Respekt an. Das Schwimmen im Meer ohne Neoprenanzug, bei Wellengang im Salzwasser, „in der berühmten Waschmaschine“, wie der Ludwigsburger das Hauen der vielen Teilnehmer während der Startphase beschreibt – das alles sind Bedingungen, die die beiden bisher noch nicht erlebt haben.

Überraschungstüte Triathlon

„Dem Fabi geht’s da besser“, weiß Albert um die Stärken seines Teamkollegen beim Schwimmen. Der Disziplin, in der er selber gewisse Defizite aufzuweisen hat. Eines hat sich Albert aber vorgenommen: „Ich will die Finishermedaille und wenn ich auf allen vieren ins Ziel krieche.“

Knobelspies will versuchen, sich schnell freizuschwimmen, um dann mit einer guten Schwimmgruppe unterwegs zu sein. In der Gesamtwertung strebt er einen Platz unter den Top 100 an, in der Altersklasse 30-34 liebäugelt er mit den Top Ten. Ambitionierte Ziele, doch der Verwaltungsbeamte bei der Stadt Ludwigsburg weiß, dass sich Triathlon oft als Überraschungstüte entpuppt: „Bei einem so langen Wettkampf kann viel passieren.“

Zeit und Gelegenheit, sich auf das Schwimmen im Ozean einzustellen, haben beide. Bereits seit Anfang Oktober trainieren sie auf Hawaii.